Elektrische Mikromobilität – einer der heißesten urbanen und wirtschaftlichen Trends

Im Jahr 2018 erlebten kleine Elektrofahrzeuge eine echten Boom. Kein Wunder, denn was urbane Mobilität angeht, sind die kleinen Flitzer mit dem Spaß Effekt einfach unschlagbar. Insbesondere für die sogenannte Last-Mile-Fortbewegung, bzw. natürlich auch für die Erste Meile, sind die kleinen Dinger einfach praktisch. Denn oft muss man einen ganz schönen Fußmarsch bis zur Haltestelle des jeweiligen öffentlichen Verkehrsmittels zurücklegen. Bislang fuhren viele Menschen mit dem Auto zum Park und Ride Parkplatz an der S-Bahnstation, stellten dort das Auto den ganzen Tag ab und legten den weiteren Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Oft musste dann wiederum der letzte Weg bis zum Arbeitsplatz zu Fuß bestritten werden. Und genau da setzen die elektrischen Flitzer an. Denn je nach Modell sind sie einfach mitzunehmen und stehen dann in vielen verschiedenen Situationen zur Verfügung. Elektrische Mobilität vom Feinsten. Zur Auswahl stehen Gadgets wie z.B.:

  • E-Roller
  • elektrische Fahrräder
  • E-Skateboards
  • Hoverboards
  • Etc.

Stationsloses Sharing im Kommen

Seit 2015 kam das stationslose Bike Sharing in Mode. Mit diesem Prinzip konnten Fahrräder mit Smartphone-Technologie von überall gemietet und abgestellt werden. Feste Stationen waren somit nicht mehr nötig – Flexibilität pur. Allerdings brachte das Ganze auch so einiges an Chaos mit sich, da Fahrräder überall auf- und abgestellt wurden.

Seit 2018 gibt es das stationslose Sharing auch für elektrische Roller.

Laut den Organisatoren der “Micromobility Conference” ist die globale Verbreitung von geteilten Fahrrädern und Rollern in den letzten Jahren die “schnellste Verbreitung einer technischen Neuheit in der Geschichte”.

Elektrische Mikromobilität – hohes Marktpotenzial und Marktwert

Der ausführliche Bericht “Mobilität in Deutschland” zeigt, dass z.B. die Hälfte der 2017 stattfindenden Autofahrten in Deutschland weniger als 6,7 Kilometer betrugen. Viele dieser Fahrten können sicherlich mit Fahrrad, ÖPNV (Öffentlichen Personennahverkehr) und natürlich auch pfiffigen Elektro Fahrzeugen zurückgelegt werden. Oder eben einer geschickten Kombination aus ÖPNV und Elektro Fahrzeugen.

E-Roller und E-Bikes sind dabei sicherlich als das prominenteste Beispiel von E-Kleinfahrzeugen/Mikromobilität anzusehen. Und als solche haben sie selbstverständlich auch ein enormes Marktpotenzial.

So haben, gemäβ einer aktuellen Studie von McKinsey, Investoren weltweit in den letzten vier Jahren mehr als 5,7 Milliarden Dollar in Start-ups der Mikromobilität investiert. So erreichte beispielsweise ein in Santa Monica ansässiges E-Roller-Sharing Unternehmen in weniger als einem Jahr eine Bewertung von zwei Milliarden US-Dollar. Auch große Unternehmen wie Uber, Lyft, Ford und andere investierten in E-Roller-Sharing-Unternehmen oder erwarben diese.

Einsatzgebiete des E-Bike-Sharing

Die Einsatzgebiete sind vielseitig. Unterschieden werden muss hier zwischen Angeboten B2C (Business to Consumer) und B2B (Business to Business).

B2C wäre, dass ein Unternehmen elektrische Fahrzeuge individuell an einzelne Verbraucher, je nach deren Bedarf, vermietet. Dies kann an einer Station, oder eben – wie weiter oben beschrieben – stationslos per Smartphone und App organisiert werden. Jeder kann das Fahrzeug für die Zeit und an dem Ort mieten, wo er es benötigt.

Die B2B Option ist als Serviceleistung für Unternehmen konzipiert. In diesem Fall wird also eine geteilte B2B Flotte in gewünschter Größe komplett an eine Firma vermietet. Diese stellt die E-Fahrzeuge dann den Angestellten zur Verfügung.

Im Falle der B2B Flotte gibt es ebenfalls zwei Szenarien. Zum einen kann die geteilte B2B Flotte den Angestellten für Ihren Arbeitsweg, bzw. für geschäftlich bedingte urbane Erledigungen zur Verfügung gestellt werden. Zum anderen nutzen viele große Unternehmen mit ausgedehnten Produktionsstätten, Logistik Centern, Lagerhallen, etc. die geteilte B2B Flotte für interne Zwecke, also um sich innerhalb eines geschlossenen Gebietes fortzubewegen.

Vorteile der B2B Flotte in geschlossenem Territorium

Viele Menschen haben keine Vorstellung davon, wie viele Schritte bzw. Kilometer ein Arbeiter in einem Lagerhaus zurücklegen muss. In einem Artikel der Huffington Post wurde enthüllt, dass ein durchschnittlicher Picker bei Amazon im Laufe seiner Schicht ca. 20 Kilometer zurücklegt. Ein Fabrikarbeiter kann heute etwa 989 Schritte pro Stunde und in einer Verwahrstelle sogar 1.624 Schritte pro Stunde ausführen.

Tatsächlich macht nämlich die interne Reisezeit in einem Lagerhaus ca. die Hälfte der gesamten Kommissionier Zeit aus. Wandelt man dann diese Zahlen in Gehälter und Gemeinkosten um, dann kommen ziemlich hohe Kosten zusammen.

Heutzutage bewegt sich der Trend weg vom Facility Management und eher hin zum Arbeitsplatzmanagement. Und da werden Lösungen gesucht und entwickelt, die dieses Problem konkret angehen. Und die anerkanntermaßen beste Option scheinen die beliebten elektrischen Fahrzeuge zu sein. Dabei ist die Fortbewegung flott, mühelos, geräuscharm, sparsam und umweltfreundlich. Egal von welchem Blickwinkel man sich das Thema anguckt – die elektrischen Fahrzeuge sind einfach unschlagbar.

Mit dem Wechsel von einem 2-Tonnen-Auto zu einem Mikromobilitätsfahrzeuge, z.B. einem 13-kg-Roller, können 95% Energie gespart werden. Zudem liegt die Fahrgeschwindigkeit im Vergleich zum Fahrrad beim Vierfachen. Dies spart also zudem wertvolle Arbeitszeit.

Entsprechend haben Unternehmen wie Helge Nyberg, Stigo Fleet, BMW und viele andere bereits ein Konzept entwickelt, um dies als einen flexiblen Service für interessierte Unternehmen anzubieten. Diese Konzepte basieren auf speziell für den Zweck designten elektrischen Fahrzeugen, um Mega Warenlager und Fabriken effizienter funktionieren zu lassen. Ganz sicher eine positive Entwicklung. Denn durch das Angebot dieser Unternehmen, muss sich das Nutzer Unternehmen nicht um die Anschaffung und Wartung einer eigenen Flotte kümmern, sondern kann den kompetenten Service eines spezialisierten Anbieters in Anspruch nehmen.

B2B Flotte – Lösung für die letzte Meile?

Neben dem geschlossenen Territorium ist es für viele Unternehmen auch vorteilhaft, die eigenen Angestellten mit einem flexiblen elektrischen Fortbewegungsmittel auszustatten. Sei es für einen schnelleren und stressfreieren Weg zur Arbeit, oder für geschäftliche Erledigungen. Eine geteilte B2B Flotte steht den Mitarbeiter zur Verfügung und erleichtert diesen das Leben. Ein Umstand, der sich auf lange Sicht für die Unternehmen bezahlt macht. Denn es kommt zu weniger Arbeitsausfall aufgrund von Verspätungen durch Staus. Zudem reduzieren sich stressbedingte Erkrankungen.

Derzeit gibt es vor allem erste Erkenntnisse, was die Verwendung von E-Rollern angeht, allerdings kann man diese ganz sicher auch auf E-Bikes und andere elektrische Gadgets für die urbane Fortbewegung anwenden.

In Charlotte (USA) zielt ein Shared Mobility Pilotprogramm darauf ab, Daten sowohl über die Nutzung von E-Scootern als auch über die Nutzung von stationslosen Fahrrädern in der Stadt zu sammeln und zu vergleichen. Das Resultat war eindeutig – E-Roller sind beliebter als herkömmliche Fahrräder. So führten im Juli 2018 die Einwohner 100.273 Fahrten mit E-Rollern, verglichen mit 27.453 Fahrten mit dem Fahrrad durch.

Auch in Portland konnten sehr interessante Erkenntnisse gewonnen werden:

  • 700.369 Menschen fuhren während einer viermonatigen Pilotphase mit E-Rollern, was fast 6.000 Fahrten pro Tag entspricht
  • Eine Befragung erbrachte, dass E-Roller nicht nur Autofahrten, sondern auch den eigenen Autobesitz reduzieren: 1. Auf die Frage “Wenn Sie an Ihre letzte E-Roller-Reise denken…” gaben 34 Prozent der Befragten an, dass sie alternativ mit dem Privatwagen oder einem Taxidienst gefahren wären. 2. Bei sechs Prozent der Befragten hat der Elektroroller das eigene Auto schon jetzt ersetzt, weitere 16 Prozent erwägen dies.
  • E-Roller ersetzten auch zu einem Drittel Fußwege.
  • E-Roller werden neben Vorteilen wie Kostenersparnis vor allem wegen des Spaßfaktors geschätzt werden
  • E-Roller werden vor allem von Besserverdienern zwischen 20 bis 40 Jahren bevorzugt.

Lockerung der restriktive Gesetzeslage in Deutschland in Sicht?

Wie bereits ausführlich erklärt, erfreuen sich die kleinen elektrischen Fahrzeuge völlig zur recht großer Popularität. Der marktwirtschaftliche Nutzen und die Vorteile für Mensch und Umwelt liegen auf der Hand. Wie sieht nun allerdings die rechtliche Lage zur Benutzung der elektrischen Fahrzeuge aus?

Leider sind E-Roller, E-Bikes und andere kleine Fahrzeuge mit Elektromotor, die schneller als 6 Kilometer pro Stunde fahren können, nach geltendem Recht nicht für den deutschen Straßenverkehr zugelassen. Zum Glück hat der Gesetzgeber jedoch den akuten Handlungsbedarf erkannt und es wird erwartet, dass in den kommenden Monaten eine “Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr” verabschiedet wird, die Neuerungen erwarten lässt.

Laut des jüngsten Verordnungsentwurfs vom 26. Februar 2019 ist somit kein Mofa-Führerschein für Roller mit Lenk- und Haltebügel erforderlich. Zudem soll nun jeder ab dem 12. Lebensjahr diese E-Roller fahren können, je nach Maximalgeschwindigkeit aber auf unterschiedlichen Wegen. Demnach darf man Roller mit einer Maximalgeschwindigkeit zwischen sechs bis zwölf Kilometer pro Stunde nur auf Gehwegen fahren, wohingegen Fahrzeuge, die zwischen 12 bis 20 Kilometer pro Stunde erreichen, auf Radwegen und Straßen benutzt werden müssen. Eine Helmpflicht ist derzeit nicht geplant. Allerdings ist eine Versicherungspflicht inklusive erforderlichem Aufkleber in dem Entwurf vorgesehen.

Unverständlicherweise, angesichts der klaren Vorteile der Verwendung von E-Fahrzeugen gegenüber Autos, hat der Entwurf jedoch bei Fußgängerorganisationen zum Teil großen Widerstand hervorgerufen. Denn diese sehen die Verwendung der elektrischen Fahrzeuge als Gefahr auf Gehwegen.

Entsprechend wird das aktuelle Thema immer wieder, teilweise kontrovers, in deutschen Zeitungen aufgegriffen. So berichtete der Tagesspiegel vom 26. Februar 2019, dass derzeit mindestens acht Unternehmen auf eine Neufassung des Gesetzes warten, um E-Roller in Berlin zu vermieten. Hierbei stehen sowohl internationale Unternehmen wie z.B. Bird und Lime als auch lokale deutsche Unternehmen wie Tier und Flash bereit, ihre Dienstleistungen anzubieten.

In Deutschland existiert ein ausgedehntes Radwegenetz und ein gut funktionierendes System öffentlichen Personen Nahverkehrs. E-Bikes und E-Roller, ebenso wie andere elektrische Fortbewegungsmittel, können diese Tatsache nutzen und bilden dann eine hervorragende und attraktive Alternative für Autos und Fahrräder zur Bewältigung von Kurzstrecken innerhalb der urbanen Zentren.

Stigo Fleet – Ihr Partner für elektrische Mikromobilität

Bei Stigo Fleet können sie gegen eine monatliche Gebühr / Abonnement elektrische Fahrzeuge für Ihr Unternehmen mieten. Sie sparen Zeit und Geld, indem Sie uns das Thema Last-Mile-Reisen und/oder geschlossenes Gebiet Reisen überlassen. Auf Wunsch können die elektrischen Räder Branding Ihres Unternehmens haben.

Wenn Sie nun neugierig geworden sind und gerne mehr über das Thema elektrische Mikromobilität oder Räder mit Branding erfahren möchten, können Sie sich gerne vertrauensvoll an unser Team wenden.

Springen auch Sie auf den aktuellen Zug der umweltbewussten und innovativen urbanen Fortbewegung auf und zeigen Sie Ihr Unternehmen von der modernsten Seite!

 

 

Published on May 9, 2019

Ardo Reinsalu

CEO & Co-founder of micromobility developer Stigo

 

 

Source: https://medium.com/the-stigo-blog/elektrische-mikromobilit%C3%A4t-einer-der-hei%C3%9Festen-urbanen-und-wirtschaftlichen-trends-53b3d37c14

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